Nach der Tour ist vor der Tour oder so. Und weil die letzte Woche so großartig war, bin ich heute noch zweimal Garmisch - Florenz, bzw. umgekehrt gefahren. Mit Autos. Erst mit Chefmechanikus Sergej im Ford Transit hin, direkt im Anschluss mit dem als Berlin-Berg-Express bewährten Opel zurück. Den brauchen Nina und ich noch für die Folgewoche ohne Quäl, aber viel dich... ☺
Etwas bescheuert, aber was solls...
Was auffällt: Mir fehlt irgendwie die Truppe, mein Körper ist verwundert, das er heute nur sitzen, aber nicht schwitzen muss, und das es weder Nudeln noch Bananen gibt, kann ich gut verschmerzen...
Montag, 4. Juli 2016
Garmisch - Florenz, Tag 9: Doppelpass
Samstag, 2. Juli 2016
Garmisch - Florenz, Tag 8: Vier Zacken zu Leonardo
Bei Quäldich.de heißt "Tour d'Honneur", es gibt nochmal ordentlich Kilometer (147) und noch ein paar Höhenmeter (1825 oder so), das Ganze verteilt auf vier freundliche Anstiege, die mit gelegentlichen 11%-Stücken an die Taten der vergangenen Woche erinnern. Aber auch fünf Abfahrten stehen auf dem Plan, da Sestola immerhin 900m höher als das Ziel liegt, geht die Etappe tendenziell bergab. Auch die Mittagspause findet heute untypisch auf einer Art Spielplatz in der Auffahrt zum dritten Zacken, ca. 200m unterhalb des Passes statt. Statt der üblichen Nudeln gibt es Panini, was sich als gute Wahl herausstellt, so gut bin ich angesichts der üblichen Fressorgien die ganze Woche nicht wieder aufs Rad gekommen. Echtes Kaiserwetter verwöhnt unsere ermatteten Körper und Geister, nur auf der finalen Abfahrt vom vierten Berg, oder Hügel, der uns bis vor die Tore von Florenz rollen lässt, kühlt ein garstiger Gegenwind die überhitzen Gestalten im buntem Lycra.
Dank frühem Start und beherzter Fahrweise sind wir früh durch das Verkehrschaos von Leonardo da Vincis Heimat, und können vor dem Abschlussessen noch ein wenig durch die Stadt schlendern, ein Eis essen, uns freuen, das Popo, Hände, Beine, etc. morgen nicht wieder auf das Rad müssen. diese Tour war wirklich hart, hat viel verlangt und viel gegeben.
Die Wetterkapriolen der ersten Tage schweißen die Gruppen zusammen, das gemeinsame gekocht werden auf der Poebene ist besser als jedes Teambuildingseminar der Welt. Auch, wenn sich die meisten der Teilnehmer und der Mannschaft nur bei Veranstaltungen dieser Art treffen, ist es doch ein fast schon familiäres Klima, das hier herrscht.
Ein Grund mehr, wieder zu kommen, ein guter Grund, froh und stolz zu sein, wenn man so eine Fahrt als Guide ohne größere Probleme zu Ende bringt. Müde drei Plattfüße, alle bei uns Guides, eine abgefallene Kurbel, deren Reparatur schneller ging als ein Platter, keine Stürze, kein Zank mit anderen Verkehrsteilnehmern, das ist schon eine gute Bilanz.
Ich freu mich auf die nächste Tour (als Guide definitiv Wien - Berlin im Mai 2017) und jetzt erstmal auf eine Woche "echten" Urlaub in Bella Italia.
Und zu guter Letzt: The Wheel!
Freitag, 1. Juli 2016
Garmisch - Florenz, Tag 7: Die geheime Königsetappe ,
Nach dem Mittagessen ist es dann rischtisch heiß, 36°C und mehr zeigt das Thermometer, passend dazu gilt es, den Passo delle Radici zu erklimmen. 1530m hoch, weitere 1200hm zu überwinden, 30km lang. Kein echtes Problem, nur die Kombination macht es echt hart.
In der Abfahrt stürzt einer der Recken aus Gruppe 1, Schlüsselbein durch, Rippenbrüche, Lunge punktiert. Großer Mist, so kommt bei uns auch Vorsicht vor Vergnügen, die Jungs aus der 1 wissen nämlich, wie man Berge runter fährt, wenn bei denen sowas passiert, ist Leichtsinn nicht der Grund. Gute Besserung!
Zum Finale gibt es dann noch mal 13km bergauf inklusive Bergankunft in Sestola, stolzer Etappenort des diesjährigen Giro d'Italia. Die Fütterung des Raupengeschwaders ist in einem Speisesaal XXL, wo wir vom Bürgermeister begrüßt werden, der uns künftige Besuche in seiner ganz hübschen Stadt schmackhaft machen will. Schon doof, so ein Skiort ohne Schnee...
Dafür ist das Essen mal wieder gut und viel, serviert von herrlich ruppigen Kellnern.
Abschließend noch ein Spaziergang durch den Ort, ein Kinderballett auf dem Marktplatz sorgt für Lokalkolorit, dann gibt es noch ein Eis.
Wieder müde, wieder zufrieden, morgen müssen die geschundenen Knochen nur noch nach Florenz. Ich freu mich auf die Party! Gute Nacht!
Donnerstag, 30. Juni 2016
Garmisch - Florenz, Tag 6: Zum Meer!
Heute steht wieder ein echtes Brett auf dem Programm, nach dem rumgeeier gestern kann man das ja mal machen😉. Eigentlich geht es sofort vom Hotel in den Berg, wenn auch nur, um die Mannschaften am anderen Hotel zu versammeln. Die 32hm sind gratis und daher gern genommen. Die Etappe selbst ist aber auch nicht viel besser, in Kurzform: Kackwelle, gemein. Kackwelle, gemäßigt, in angenehmer Gesellschaft drüber gelabert. Flachstück, es wird langsam warm. Hauptanstieg, gute 800hm, schon nicht völlig unanstrengend. Abfahrt zur Mittagspause, geil! Danach mehr Abfahrt, immer noch geil. Kleine Kackwellen, harmlos. Große Kackwelle, respektive noch ein Anstieg, ca. 350hm, der Tag war schon lang, aber es läuft noch gut. Eine letzte Kackwelle, schon fast egal. Hotel erreicht, Bier 🍻!
160km, 2877hm, man merkt der Truppe an, und ich mir selbst auch, dass sich die Tour dem Ende zuneigt, erste Verschleißerscheinungen werden sichtbar. Gut die Hälfte ist heute morgen freiwillig mit der nächst langsameren Gruppe gestartet, von der verbliebenen Mannschaft steigen etliche unterwegs in den Besenwagen. Trotzdem ist die Stimmung gut, die Etappe bietet einiges für das Auge, beim Ausblick vom letzten Anstieg auf das Mittelmeer hört man glückliches Jauchzen. Leider verlassen wir morgen die Küste schon wieder, Florenz liegt schließlich im Landesinneren. Allerdings sind es bis dahin noch zwei Tage, und morgen wird es noch einmal richtig dolle...
Jetzt bin ich müde, gute Nacht!
Mittwoch, 29. Juni 2016
Garmisch - Florenz, Tag 5: Grillen auf der Rüttelplatte
Bergfest! Im wahrsten Sinne des Wortes... Die Hälfte der Tour ist um! Und daher war heute mal was Flaches angesagt. Damit das nicht so langweilig wird, fängt der Spaß mit der Vernichtung von Höhenmetern an, rasant verlieren wir vom Hotel in San Zeno zum Gardasee über 500 davon. Ein bisschen um den See, dann rollt es wellig weiter südwärts, ab Kilometer 60 sind wir in der Poebene angekommen, da ist es wie Brandenburg, nur wärmer und mit ganz schön schlechten Straßen, so rumpeln wir dahin, wann immer es aussieht, als hätte der Asphaltgott Gnade mit den mittlerweile schon gut malträtierten Popos des trotz allem gut gelaunten Trosses , biegen wir sofort wieder in die nächste Rüttelpiste ab. So ein bisschen Paris - Roubaix für Weicheier.
Wiedergutmachung wird bei der Mittagspause geleistet, auf der Isola Dovarese werden hausgemachte Nudeln und lecker Nachtisch und Espresso gereicht. Inzwischen ist das Thermometer über die 30°C - Schwelle gestolpert, in den Trinkflaschen schwappt nur noch Tee in Varianten, einige Teilnehmer, die letztes Jahr bei der Deutschlandrundfahrt dabei waren, quittieren das mit Gleichmut, da war es noch erheblich wärmer. 25km weiter ist schon die nächste Getränkeverpflegung, einigen ist warm genug, um in den Po zu springen - das hört sich jetzt irgendwie seltsam an... 😂 Jetzt fehlen nur noch 50km bis ins Ziel, die werden hinten raus noch mit zwei Kackwellen garniert.
172km mit müden 900hm enden in Salsomaggiore Terme, dessen glanzvollen Zeiten auch schon wieder ein paar Jahre her zu sein scheinen.
Morgen gibt es dann wieder Berge. Und Hitze. Und schlechte Straßen.
Ich freu mich drauf!
Dienstag, 28. Juni 2016
Garmisch - Florenz, Tag 4: Monte Baldo
Heute geht es nach einer unruhigen Nacht wegen Zimmer mit Straßenaussicht weiter Richtung Süden, heraus aus Trento, das Etschtal runter. Winkelige Radwege führen uns in langer Reihe durch Weinfelder, 50km ganz hinten an der heute noch größeren Gruppe sorgen für ein fettes Jojo, an der ersten Getränkestation bin ich eigentlich schon völlig im Eimer. Hilft aber nix, die eigentliche Aufgabe steht zu diesem Zeitpunkt direkt vor meiner Nase. Der Monte Baldo stellt gute 1500hm in den Weg, die ersten 800 davon sind ziemlich steil, danach wird es etwas flacher, plötzlich geht die Kurbel willig im Kreis. Die schöne Aussicht lenkt von auftretenden Steigungsspitzen ab, die tolle Straße macht wirklich Spaß, Kehrengruppen sind halt meins. Irgendwann bin ich oben, die Truppe gönnt mir nicht allzu viel Pause, dann folgt eine Miniabfahrt zu einem Aussichtspunkt von dem man einen tollen Blick auf das Nordende des Gardasees und Limone hat. Danach folgt ein welliges Stück mit einer Kackwelle, bevor die Abfahrt zur Mittagsschlemmerei beginnt. Die ist nicht lang, wird aber nach Lasagne, Lasagne und Espresso fortgesetzt. Sehr spaßig, schön schnell und befördert uns zum finalen Schweißausbruch mit 400hm bevor wir nach 119km und 2650hm das Hotel oberhalb des Gardasees erreichen. Hatte ich schon vom Kaiserwetter, dass uns auch die nächsten Tage erhalten bleiben soll, berichtet? Nicht? Ist aber so😊✌