Mittwoch, 15. August 2012

Ruhetag

Zwar ist das Wetter unverändert schön, aber die letzten vier Tage auf dem Rad machen sich bemerkbar und so kommt ein Ruhetag gerade recht. Erst ausschlafen, dann frühstücken, ein wenig faulenzen, dann gaaanz laangsaam einmal um den See deideln, dann wieder faulenzen....so soll das...
Neu: Daß man auf 34km einen Cappuccino, eine Latte Macchiato und ein Pizza-Baguette zu sich nimmt. Wir üben für die Wellness-Woche :-)

One Pic:


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Dienstag, 14. August 2012

Passkontrolle

Adrian ist pünktlich am Hotel, Nina hat die geforderte halbe Stunde Vorsprung, also können wir uns zur Passkontrolle begeben. Heute steht als Cima Coppi des Tages das Stilfserjoch auf dem Programm, nebenbei ergaunert man sich den Umbrailpass, und auf dem Hin- und Rückweg ist der eher unspektakuläre Reschenpass gleich zweimal zu "überwinden".
Nachdem wir Ninas Vorsprung, der ihr eigentlich bis in den Anstieg zum Stelvio friedliches Fahren garantieren sollte, schon einige Kilometer vorher aufgefahren haben (böse Raser!!!), sind wir zu dritt unterwegs auf den vierthöchsten Alpenpass. 26km, gespickt mit 48 Kehren und 1850hm, sind schon ewig ein Mekka für Radler aller Couleur, Motorradfahrerhorden, Sportwageneigner und sowieso alle die da unbedingt hoch müssen. Entsprechend stark ist angesichts des schönen Wetters der Verkehr, an so mancher Fahrerlaubniserteilung kommen spontan Zweifel auf. In Kehre 22 (es wird von unten abwärts gezählt) liegt dann auch ein italienischer Motorradler nach etwas großzügig gewähltem Radius und entgegenkommendem SUV auf der Seite...hrhrhr...nix passiert, außer Lackschaden, aber natürlich großer Bahnhof UND genau vor unserer Nase! Pässefahren mit Schadenfreude bedienendem Entertainment - toll! Dazu sei erwähnt, das ein Teil der Moppedtreiber sich da aufführen wie die Axt im Walde, daher die Schadenfreude, auch wenn es einen möglicherweise Unschuldigen trifft...Oben angekommen, herrscht der übliche Trubel, aber selbst nach meiner dritten Fahrt da rauf bin ich immer noch erstaunt. Adrian guckt ungläubig, als er kurz nach mir die Passhöhe bei 2760m erklimmt, ich begrüße ihn mit: "Willkommen auf der Kirmes"... Dann kommt auch schon Nina, wir machen die Pflichtphotos am Passschild in der neuen Havellandriders-Kluft, ziehen Windjacken und Armlinge an, und machen uns an die Abfahrt.
Der Weg zurück nach unten führt über den Umbrailpass (2503m), den man mit nur einer winzigen Gegenwelle einfach so mitnimmt, dann kommt die lange Abfahrt ins Tal, unterbrochen durch einige Kilometer Naturstrasse, dann folgt ein großartiges Geschlängel bis St. Maria, von wo aus der Kurs auf der von gestern bekannten Strecke - nur umgekehrt - das Münstertal herabführt. Zum Schluss müssen wir noch wieder auf das Niveau des Reschensees klettern, was am Schluss dieses Tages dann doch schon weh tut. Gnädiger Rückenwind erleichtert uns die rasante Fahrt entlang des Sees, Reschenpass die 2., und schon findet, nach einer finalen Raserei abwärts nach Nauders, dieser tolle Tag seinen Abschluss.

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Montag, 13. August 2012

Auf den Ofen gelockt

Heute steht dann endlich mal eine große Runde auf dem Plan: Der Ofenpass, 2150m hoch, liegt in der Schweiz, am nördlichen Ende des Münstertales. Eher dürftige Wetterprognosen bewegen mich, alle möglichen Klamotten in meinen Minirucksack zu stopfen, aber sowohl die Regenkluft als auch das Reservetrikot bleiben unbenutzt. Besser so als andersrum...Der Wind ist morgens gnädiger als gestern, flott schiebt er mich über den Reschenpass. Der Weg am Westufer des Sees entlang ist tiptop asphaltiert, nur einige kurze Stücke wurden ausgelassen, und eine Minibaustelle lässt mich die Geländegängigkeit meiner Rennschuhe testen: Geht...Danach geht es flott weiter zu Tal, der Weg wird immer steiler und auch noch schmaler. Irgendwann leitet der Track mich auf eine größere Strasse, und nach wenigen hundert Metern beginnt der Anstieg. An den hab ich mich richtig erinnert, anfangs harmlos, hinten raus gemeiner werdend. Spielkameraden sind nicht in Sicht, die zwei Jungs, die eine Zeit lang mein Hinterrad belagern, biegen in St. Maria ab zum Umbrailpass. Das ist aber kein Wunder, die meisten Leute fahren diese Runde andersrum, zum einen ist der Aufstieg einfacher, und die Abfahrt ist bedeutend spektakulärer. Ich mags halt lieber auf die harte Tour, und außerdem kenne ich die Gegenrichtung auch schon... Kurz vor der Passhöhe kündigt sich das anstrengende Endstück des Tages an: Ein kräftiger Wind bläst aus dem Tal, und so bleibt das auch bis zum Schluss. Aua. Die finale Norbertshöhe geht nach diesem Ritt bei weitem nicht so locker von der Hand wie zwei Tage zuvor...

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Sonntag, 12. August 2012

Alles nur für die Sille!

Sille ist nämlich nicht nur die weltbeste Servicetruck-Fahrerin, sondern auch eine weitere geistige Mutter der Nauderer-Wellness-Woche. Sie und Nina haben diese Idee bei der Quäldich.de-Seealpenrunde im letzten Jahr das erste Mal aufgebracht, weil Sille eigentlich gerne Rennrad fährt, auch bergauf, aber ihr Schatzi spielt einige Ligen höher, und so ist gemeinsamer Radurlaub (außer sie fährt den Truck) nicht so angesagt...
Aber eigentlich ist der Titel dieses Posts meine Antwort auf Ninas Frage: "Warum machen wir das eigentlich?" während wir uns kurz nach dem Frühstück gegen bösen Gegenwind Richtung Reschenpass stemmen. Der weitere Weg führt uns ein winziges Stück am Westufer des Reschensees entlang, um dann ins Rojental abzubiegen, wo der Wind zwar weg ist, aber da die Steigungen doch knackiger sind als meine verklärte Erinnerung das zugeben will, wäre er als kühlendes Element schon wünschenswert... So geht das bis auf 2100m zur Bergstation der Schöneben-Seilbahn, dann folgt eine leider teils schmutzige, teils holperige Abfahrt über eine eher als Wirtschaftsweg genutzte Strasse. Zurück am See fährt man über den Staudamm auf die am Ostufer verlaufende, stark befahrene Reschenpassstrasse, um in Graun (da, wo der Kirchturm eines überfluteten Dorfes aus dem Wasser ragt - voll die Touriattraktion...) ins Langtauferer Tal abzubiegen, wo bis auf an ein paar Stellen gemäßigte Steigungen und jetzt auch Rückenwind uns zur Bar Endstation führt. Da gibt es leckere Sachertorte und noch leckereren Cappucino. Ein perfektes Ziel. Die Abfahrt gegen den Wind und etliche dusselige Autofahrer macht nochmal die Beine dick, aber kurze Zeit später sitzen wir mit einem Erdinger alkohlfrei auf der Terrasse des Hotels... wieder ein schöner Tag!

Pics: https://plus.google.com/photos/104500526512582281551/albums/5775886215871394929?authkey=CK30gtnp79O_qQE

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Samstag, 11. August 2012

Berlin-Berg-Express reloaded

Um halb zwei starten wir den Motor und sausen, wie schon so oft, Richtung Süden durch die Nacht. Erwartungsgemäß werden wir nicht von lästigen Staus aufgehalten und erreichen nach ca. 7 Stunden Nauders. Taschen aufs Zimmer, Räder zusammenbauen, kleines Frühstück beim Bäcker, hopphopp in die Radkluft und schon sind wir auf unserer ersten Runde. Angesichts ziemlich brutaler Müdigkeit nehmen wir uns nicht zu viel vor, und rollen erstmal über die Norbertshöhe talwärts in die Schweiz, wo Scuol unseren Wendepunkt markiert. Auf dem Rückweg testen wir noch drei kleine Stiche abseits der doch recht befahrenen Hauptroute: Die Ortsdurchfahrten von Sent, Strada und Martina sind angenehm verkehrsarm, die Steigungen harmlos. Auch das Angebot an Cafes und viele Trinkwasserbrunnen machen diese Wege attraktiv. Zum Schluß müssen wir natürlich wieder die Norbertshöhe erklimmen, und schon sind wir wieder im Hotel, wo die Sauna und kurz danach leckerstes Essen warten

Pics: https://plus.google.com/photos/104500526512582281551/albums/5775498822985693633?authkey=CMGCoNzZuq7KkwE

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Freitag, 10. August 2012

...schon wieder Urlaub???

Jaja, das werde ich grade öfters gefragt.

Heute Nacht fahren Nina und ich nach Nauders, wo die Luxusvariante von Rennradurlaub im schon mehrfach erprobten ****Hotel Central auf uns wartet. Nauders liegt im Dreiländereck Österreich-Italien-Schweiz, und traumhafte Pässe wie das Stilfser Joch, Albula, Flüela, Ofenpass, sowie die genauso schönen Sackgassen zum Kaunertaler Gletscher oder ins zollfreie Gebiet von Samnaun liegen vor der Haustür, von ungezählten Stichstrassen kleinerer Art ganz zu schweigen.

Neben dem eigentlichen Urlaub scouten wir noch für eine Veranstaltung, die hoffentlich im nächsten Jahr bei quäldich.de ins Programm genommen wird:

Die Nauderer Wellness-Woche

Dieses Angebot soll sich gezielt an die Lebensabschnittsgefährt/en/innen von schon vom Bergvirus infizierten Rennradlern richten, sozusagen ein Schnupperstündchen für jene, die (noch) nicht 130km+ und 2500hm+ am Tag können oder wollen. Kurze Touren, kein Gebolze am Berg, eher Dolce Vita als Cuore Sportivo, mehr Orientierung zum nächsten Cappuccino als noch ein paar hundert Höhenmeter extra, ggf. Alternativprogramm wie Moutainbiken oder einfach nur im sagenhaften Wellnessbereich des Central abhängen. Damit man nicht auf sein Schatzi verzichten muss, kann die schon bekannte Nauderer Pässewoche einfach parallel gebucht werden, und alle haben ihren Spass.

Soweit die Idee...

Ab morgen gibts dann auch wieder Bilder und Tracks...

Freitag, 22. Juni 2012

Wieder da...

Während Bettina schon um den Titicacasee kreist, bin ich schon fast wieder vollständig zuhause angekommen.
Nach dem langen Flug von La Paz mit Zwischenlandung in Santa Cruz, Bolivien, und jeweils 6,5 Stunden Aufenthalt in Miami und London, holen mich Nina, Ola und Ole in Tegel ab, und haben eiskaltes Radeberger mitgebracht. Das nenn ich mal ein ordentliches Empfangskommitee. Einziger Wermutstropfen, der eigentlich gar keiner ist: Das Rad ist in London geblieben, aber British Airways liefert es am nächsten Tag in den Fahrradladen...Die erste heiße Dusche und das eigene Bett sind nach den 2 Monaten mit teils echt fragwürdigen Matratzen und ebenso seltenen wie seltsamen Warmwasserspendern purer Luxus, es ist schön wieder zuhause zu sein!!!
Am nächsten Tag sind dann auch gleich ca. 30 Leute in eins meiner Lieblingsrestaurants, das Himali in der Crellestr. 45, eingeladen. Da an diesem Tag kein Fußball ist, können wir die eigentlich für das Public Viewing gedachte Riesenglotze zum zeigen der in den Flugpausen von Müll befreiten Fotogalerie nutzen, der Wirt, ein Tibetaner(?), kann sich kaum losreißen, daher dauert der normalerweise recht flotte Bestellvorgang diesmal etwas länger. Außerdem gibts noch ein Halstuch und eine Gebetsfahne aufs Haus. Tolle Geste. Nachdem die ca. 750 Bilder zwei mal durchlaufen, und ich mir den Mund fusselig berichte, haben alle gut gegessen und getrunken, so findet dieser schöne Abend gegen halb eins sein Ende.
Seit gestern bin ich denn auch (ungeplant) wieder am arbeiten und habe mit großem Genuss mittags ein Döner verputzt. Lecker!