Dienstag, 18. März 2014

Zypern Tag 4 - Auf und nieder...

Nach der gestrigen Flachetappe gilt heute wieder das Quäldich.de – Motto: Hauptsache bergauf!
Wir tasten uns langsam in die westlicheren Gebiete des Troodos-Gebirges vor, wo auch der höchste Berg der Insel, der Mount Olympus zu finden ist. Der steht aber später auf dem Programm, heute verfehlen wir nur knapp seine Südflanke.

Der Weg aus Limassol gestaltet sich heute erstmal verkehrsreich, da wir quer durch die Stadt müssen, um auf die gewünschte Route zu kommen. Die erweist sich als ein klassischer Flop ungeprüfter Track-Downloads, endlose Rampen, wenig optische Reize, reichlich Verkehr, aber wir machen Höhenmeter.  


Nach einem Kaffeestop in Trimiklini biegen wir auf eine viel schönere, ruhigere, aber ebenso steigungsreiche Strasse ab, und uns kommt langsam das Zypern-Radfahr-Konzept ins Hirn: Die kleinen Strassen zum hochfahren (weil ruhig, und etwas schlechtere oder schmutzige Strasse sind beim Aufstieg kein Drama), die Großen für die Abfahrten (weil besserer Belag, weniger Schmutz, und besseres miteinander mit dem restlichen Verkehr)


Im Ort am höchsten Punkt des Tages, Platres, 1109m, werden wir vom schnöde geklauten Track noch durch ein paar pittoreske Seitengassen geleitet, und siehe da, auch hier beherrscht man die asphaltsparende Bauweise – 16% Steigung...



Die Abfahrt beginnt auf – um dem grade erst entwickelten Konzept zu widersprechen – auf seltsam welligen Asphalt mit Bremsmarkierungen auf der Strasse, die heftige Schwingungen ins Fahrwerk bringen. Mit bis zu 11% Gefälle aber flott zu fahren, kurze Zeit später sind wir wieder am Abbieger von vorhin.

Wir verlassen die Hauptstrasse umgehend wieder, und dann beginnt Ninas absolutes Lieblingsgelände (ACHTUNG!!! Ironie!!!) eine Kackwelle jagt die nächste, so richtig gezählt hab ich nicht, aber es sind viele.


Immer wenn man denkt, jetzt geht’s nur noch runter, kommt man um die Ecke, und .... noch so'n Ding...

Zu guter Letzt kommen wir aber doch mit einer versöhnlich stimmenden Schlussabfahrt wieder im Hotel an, und nach 100km und 2100hm ist unser Tagewerk getan.


Track...

Montag, 17. März 2014

Zypern Tag 3 - Zu Besuch bei die Rollschuhläuferse

Eigentlich steht heute ein weiterer Berg auf dem Programm, aber die Kälte auf dem Gestrigen hat Ninas Hals kratzig gestaltet, und so entscheiden wir uns flugs für eine Flachetappe, um die Skater im Aldiana zu besuchen. Bis dahin sind es 40km über sanfte Wellen, die uns heute aber mittels Gegenwind schwer gemacht werden. Schaumkronen auf dem Meer bezeugen, dass wir nicht nur Schlappis sind, sondern dass da wirklich was weht... Ansonsten ist wieder Bilderbuchwetter, strahlender Sonnenschein und 21°C lassen den mediterranen Flair der Insel voll aufblühen.

Im Aldiana angekommen, treffen wir auf alte Bekannte: Steffi, Sabrina, Sebastian, Rune, Mike und Werner sind Skaterurgestein, die mit einer 50-köpfigen Gruppe genau wie wir auf der Suche nach der Frühform nach Zypern kommen, respektive, im Fall der vier Erstgenannten, sie den anderen angedeihen zu lassen. Nach netten Gesprächen, Kaffee und Kuchen


machen wir uns auf den Rückweg, der rasant zu werden verspricht, da wir jetzt ja vollen Rückenwind haben sollten. Für Nina trifft das fast zu, der Wind hat leider etwas nachgelassen. Da ich mir noch ein paar Extrameter gönne, die durch ein traumhaftes Tal führen, 



aber sich leider auf der Krone eines Staudamms 


als Sackgasse erweisen, komme ich eine Stunde später wieder am selben Kreisverkehr raus, an dem wir uns kurz zuvor getrennt hatten. Der Wind hat sich zwischenzeitlich entschlossen, die Richtung zu wechseln, so dass ich eher Seiten- als Schiebewind habe. Macht aber nix, was nicht tötet und so...

Heute immerhin dann doch über 100km, dafür nur 700hm. Morgen folgen dann wieder echte Taten.

Ach ja!!! Ausserdem habe ich heute meinen 2000sten Radkilometer des noch jungen Jahres eingefahren!  

Sonntag, 16. März 2014

Zypern Tag 2 - kann Gastkommentare enthalten :-)

Der Wetterprognose entsprechend ist heute keine fortgesetzte Fleißarbeit an der Trikotkante möglich, leichte Bewölkung verhindert die Bräunung der Radlerwade. Die Läuferschar, die bei Abfahrt zur heutigen Etappe die Küstenstrasse für einen Marathon unter die Füße genommen haben wird es freuen. Wenigstens kein Regen oder gar Gewitter, wie noch vor einigen Tagen angekündigt.

Genau wie gestern fahren wir erstmal ostwärts, heute dank der schon erwähnten Laufsportler diesmal sogar völlig autofrei, allerdings biegen wir schon nach ca. 4km Richtung Berge ab, wo uns eine nette Runde mit einigen Rampen erwartet.

Nach weiteren 4 flachen Kilometern steht dann die erste Welle (Anmerkung von Nina: nix Welle, das ist der erste BERG) des Tages im Weg, 13km lang, gute 600hm ziehen mit bis zu 12% die ersten Körner aus den Beinen und erste – unberechtigte - Zweifel an der Kleiderordnung mit ¾ Hose und Langarmtrikot kommen auf...


Die folgende, nur wenige Kilometer kurz Abfahrt belehrt uns  rasch eines Besseren (A.v.N.: nicht uns, nur Robby. Ich habe mich in der Abfahrt bereits dafür verflucht, nicht wenigstens die Windweste und die Armlinge angezogen zu haben. Hab ich geschnattert!), und nach einer harmlosen Kackwelle beginnt bei Kilometer 30 der Hauptanstieg des Tages. Gleich zu Beginn warnen Schilder vor 13%igen Steigungen, und das ist ernst gemeint. Das rollt trotzdem ganz gut, oft genug stehen auch nur 8% auf dem Garmin, bis bei Kilometer 38 plötzlich der Asphalt alle ist,


und 5km etwas holperige, aber durchaus fahrbare Naturstrasse bis zu vermeintlich höchsten Punkt des Tages führen (A.v.N.:gefühlt waren das mindestens 10km Cyclocross auf falschen Reifen). Da ist dann wieder richtige Strasse und es scheint bergab zu gehen, allerdings ist es auf 1230m schon ganz schön frisch, also hüllen wir uns in die sicherheitshalber eingepackte Regenkluft und rollen nur ein kleines Stück bergab, dann zwingt eine dieser unvermeidlichen Gegenwellen uns auf die tatsächliche Cima Coppi bei 1244m. Jetzt geht es aber wirklich bergab, mollig verpackt verdirbt uns nur die etwas schmutzige, ansonsten aber tolle Strasse den Spaß an der felgenschonenden Fahrweise. Ihr Ende findet die nicht ganz so rasante Fahrt an einem fiesen Buckel, der dem Garmin mal flott eine 16% auf das Display zaubert, das zwickt im frisch gekühlten Schenkel! Bei Kilometer 65, auf einem weiteren kleinen Hügel fallen wir in Melini in ein Restaurant ein, um die gestern schon gelobte Gastfreundschaft der Zyprioten erneut zu erproben (A.v.N.: nachdem wir im Ort vorher an meinem präferierten und schon in der Auffahrt lecker riechenden Restaurant vorbeigefahren sind, wäre ich auch keinen Höhenmeter weiter gefahren), und siehe da: Wir sollten nicht enttäuscht werden.



Da wir uns nicht so recht entscheiden können, was von den mündlich aufgezählten Speisen uns jetzt passen würde, gibt es einfach von allem etwas (A.v.N.: und wir müssen die Küche auf der Hälfte bremsen, nein, bitte keine Kebab und keine zypriotischen Canneloni mehr ….. sie hätten uns am liebsten alle verfügbaren Leckerlis gleichzeitig aufgetischt und um einen doppelten Nachtisch sind wir auch nicht herum gekommen – war auch echt lecker). Brutalstmögliche Völlerei auf einer Radrunde!!!


Vorweg eine Cola, hinterher erst Süßkram, dann Kaffee, pro Nase 10 Piepen, dann müssen wir nur noch zusehen, das wir das ganze leckere Zeug über den letzten Berg des Tages, der auch schon der Erste war, zu kriegen, ohne die hiesige Fauna mit einer Sonderfütterung zu verwöhnen. Da oben – immer noch satt – angekommen wartet die wirklich geile Schlußabfahrt auf Sahneasphalt, frisch gefegt. Zum Ende noch die Küstenstraße zum Hotel runtergedonnert, dann endet nach 93km und 2100hm ein feiner Tag auf dem Rad.

Samstag, 15. März 2014

Zypern Tag 1


Dieses Jahr muss die Quäldich.de-Gemeinde in Chiavari ohne uns auskommen, da wir schon im letzten Jahr beschlossen, mal eine neue Destination, von der man schon viel Gutes gehört hat, zu testen: Zypern.

Die östlichste aller Mittelmeerinseln entwickelt sich seit einigen Jahren zunehmend zu einer sehr reizvollen Alternative für die üblichen Frühjahrsziele von Radsport- oder Skatingtrainingslagern, wie Mallorca, Andalusien oder Sizilien.

Die Anreise von Berlin ist mit umsteigen in Wien unproblematisch, und wenn man ordentlich bucht, ist man, dank Shuttlebus, in ca. 45min vom Flughafen Larnaca im Hotel in Limassol, der von uns gewählten Basis...

Die meisten Touristen, die man hier antrifft, sind Engländer, die sich schon früh am Morgen die obligatorische Rotfärbung am Pool verschaffen, sowie einiges an Russen.

Englischer Einfluss ist allgegenwärtig, das merkt man beim Frühstück im Hotel, aber am deutlichsten auf der Strasse: Es herrscht Linksverkehr...

Im Gegensatz zu einem anderen in unserem Hotel ansässigen deutschen Pärchen, das auch zum Rennradeln hier ist, haben wir uns keine gelbe Leuchtmarkierung links am Lenker installiert, wir stürzen uns ohne solche Erinnerer in den moderaten Verkehr auf der Küstenstrasse, die uns in sanften Wellen ostwärts bringt. Ca. 30km geht das so, was uns sofort auffällt, sind die – für unsere Verhältnisse – extrem rücksichtsvollen Autofahrer. Kein blödes Rumgehupe, reichlich Abstand beim Überholen, manchmal freundliches Winken oder gar Anfeuerungsrufe. Rennradfahren ist auf Zypern offensichtlich ein akzeptierter Sport, auch größere Gruppen, die uns entgegen kommen, werden so behandelt. Schonmal ein erster Daumen hoch... Als wir dann ins Hinterland abbiegen, um die ersten Höhenmeter zu sammeln, erledigen sich auf den durchwegs gut ausgebauten und glatt asphaltierten Strassen alle eventuellen Probleme, die Autos so mit sich bringen können: Da sind einfach keine!

Nach 38km erreichen wir den Gipfel der ersten von drei Kackwellen, die jeweils etwas mehr als 100hm machen, und erfreuen uns nicht nur an der Verkehrsarmut, sondern auch an der tollen Landschaft, die hier im Hinterland bei weitem nicht so karg und trocken ist, wie an der Küste.
In einem winzigen Kaff, erwerben wir noch eine Flasche Wasser, in dem Laden kann man sich problemlos auf englisch verständigen, das scheinen hier alle gelernt zu haben. Zum Schluß wartet noch der ziemlich giftige Anstieg zur Cima Coppi des Tages, dann geht von 700m über dem Meer nur noch bergab zurück nach Limassol, aber 10km davor müssen wir noch den bis dahin vernachlässigten Kaffeestop nachholen. 

Ein erstes, großartiges Beispiel für zypriotische Gastfreundschaft wird uns zuteil: Der Kaffee ist saulecker, kostet müde 80ct. Und so nebenbei, kriegen wir auch noch frisch gepflückte Orangen aus dem Garten des Wirts kredenzt. Einfach so...


Nach 85km sind wir wohlbehalten zurück im Hotel und zufrieden mit dem ersten Tag. 

So kann das weitergehen...

Freitag, 2. November 2012

Ick gloob ick bleib hier... Nee, nur Spass...



Kurzzusammenfassung der fehlenden drei Tage:

Dienstag:
Palma. Hübsche Altstadt, winklige Gassen, teils hübsche Häuser, extrem fehl am Platz wirkende Weihnachtsdeko, jede Menge Touris – trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit, leckere, aber nicht ganz billige Restaurants, Königspalast – schick, Kathedrale – geschlossen, Regen.

Mittwoch:
Abhängen, ausschlafen (mehrfach), Extremcouching, WIND!!!

Donnerstag:
Klassikerrunde nach Orient über den Col d'Honor und auf dem Rückweg nochmal auf den Randa.


Freitag (jetzt wieder ausführlicher):
Wie das so ist im Vorfeld einer Reise, macht man sich Gedanken. Mach ich auch. Und wenn es denn auch noch ums Radfahren geht, kommt dabei manchmal sowas wie die heutige Strecke zustande. Darüber denke ich freilich schon länger nach, und nachdem mein Spass in der Schweiz mit Flüela und Albula hintereinander weg so schön klappt, muss das jetzt auch noch sein:
Start in Biniamar, in der Nähe von Inca, eine der eher scheußlichen Städte auf Malle, dann über Caimari zur womöglich bekanntesten Tankstelle Europas, auf dem Col de Sabataia, dann Richtung Soller, aber nicht, ohne den sicher schönsten und auch längsten Anstieg der Insel mitzunehmen: Sa Calobra. Dann über den Puig Major – den höchsten auf Asphalt anfahrbaren Punkt – runter nach Soller, über den gleichnamigen Col nach Bunyola und zu guter Letzt noch schnell über den Col d'Honor zurück nach Biniamar.
Angesichts der Jahreszeit ist das Zeitfenster eher klein, um 17:45 ist das Licht aus...
Die Auffahrt zur Tanke geht flüssig von der Hand, eine Gruppe anderer Rennradler saugt mich förmlich an und schwupps sind wir oben – so schnell ging das noch NIE!!! Spätform ist halt doch was anderes als aus der Winterträgheit da rumzueumeln.
Ab da allein, ging es weiter zum Abzweig nach Sa Calobra, wo man erst noch über den Col des Reis muss, bevor man die traumhafte Abfahrt ans Meer angehen darf. Im Gegensatz zu sonstigen Gepflogenheiten war das diesmal ein vollständiger Soloflug, ganz ohne Autos, Reisebusse oder sonstige Hindernisse – großartig. Was man da in weniger als einer Viertelstunde runterfällt, muss man danach freilich wieder hoch, um diese Jahreszeit fährt der Rentnerdampfer nach Port Soller nicht mehr. Schlappe 700hm und 56min später bin ich zum zweiten Mal auf dem Col des Reis, langsam merke ich, was ich mir da vorgenommen hab.
Zurück am Abzweig geht es gleich wieder in den nächsten Anstieg, moderates Geläuf bis zum Tunnel, der an der Passhöhe des Puig Major lauert: Unbeleuchtet, bergab, kalt – bääh.
Die Abfahrt nach Soller eignet sich im Höchstmaß für felgenschonende Fahrweise, und auch hier ist kaum Verkehr – großes Kino. In Soller wird an einer Tanke Wasser nachgefasst, ein Liter Cola in den Fahrer gefüllt und noch eine Schoki gefuttert. Das muss reichen, die Uhr tickt!
Als nächstes steht der Col de Soller im Weg, der ist aber freundlich zu fahren – ein Rollerpass mit jeder Menge Kehren, so wie ich es mag. Und auch hier wieder: Die Abfahrt für mich ganz alleine!!! So macht das Spass...
Eine winzige Welle bringt mich nach Bunyola, dem Fußpunkt des letzten ernsten Anstiegs: Der Col d'Honor, gestern schon besichtigt, heute als Schlußstück. Nach wie vor herrscht Einsamkeit, rauf wie runter... Kurz hinter Orient kommt dann das wirklich letzte Passchild des Tage, der Col d'Orient...Noch ein paar Wellen, und ich sitze nach immerhin 7 Pässen erschöpft, aber glücklich im Auto.

Aber das Beste erzähl ich natürlich zum Schluss: Wir haben den 2. November und ich bin das ganze Ding bei flotten 22°C in Kurz-Kurz gefahren... Einen viel besseren Blocker für herangallopierende Herbstdepris kann ich mir nicht vorstellen :-)


Montag, 29. Oktober 2012

Fernsicht ole´ oder Klöster kann man nicht genug haben...



..auf der ersten Radrunde des spätherbstlichen Ausfluges ins 17. Bundesland.

Nach unspektakulärer Anreise am Sonntag bremst ein altersschwacher Stromadapter heute unseren Tatendrang: Der Kühlschrank war ohne Energie und alles was noch drin war, begrüsst uns in zwei Sprachen, muss aber nichtsdestotrotz entsorgt werden. Also erstmal zum Supermercado, Lebensmittel nachfassen, dann zum Elektrofritzen, einen neuen Adapter shoppen. Und danach noch ein wenig Reinigungsarbeit am Kühlschrank verrichten... Danke Nina!!!

Die Räder habe ich am Sonntag schon zusammen gebaut, also ist da auch kein Handlungsbedarf mehr, außer aufpumpen und Kette ölen – meine Heldentaten des Vormittags...

Um 13:00 kommen wir endlich los. Die Sonne scheint aus allen Knopflöchern, wir starten in Kurz-Kurz, ist doch klar. Der Weg führt uns auf der komplett neu gemachten Strasse von Llucmajor über Porreres bei sanftem Wind Richtung Felanitx, wo die erste Bergprüfung des Tages schon aus der Ferne erkennbar ist: Das Kloster Nr. 1 Santuario de Sant Salvador mit 510m über dem Meer.
Die Fernsicht ist heute wirklich phänomenal, das man von dort die Nachbarinsel Menorca und das ganze Tramuntana-Massiv kristallklar sehen kann, hat man nicht oft. Ich bei meinem mittlerweile 8. Mallebesuch zum ersten Mal...

Auf der Abfahrt wünsche ich mir mehrere Dinge: Eine Windweste wär toll, auf den im Schatten liegenden Teilen der Strasse ist es doch kühler als erwartet. Ein Mallorquiner, der mit einer Kehrmaschine eine Stunde VOR der Abfahrt die Strasse fegt. Dank vieler kleiner Steinchen bleibt jedes Sicherheitsgefühl auf der eh schon recht winkligen und unrhythmischen Passage aus.

Schon sind wir auf dem Rückweg, eine sehr hübsche, uns bislang unbekannte Strasse führt uns Richtung Montuiri, leider geht die zweite Hälfte davon parallel zur Autobahn Palma-Manacor, hat dafür aber einige fiese, kleine Rampen im Gepäck. Von Montuiri geht es dann schon Richtung Randa, auch ein Klassiker, wo die Sammlung an Klöstern gleich um DREI aufgestockt wird. Der Anstieg ist hinlänglich bekannt, die Sicht vom Gipfel immer wieder atemberaubend – ich glaube, hier hab ich mich vor über 8 Jahren in diese Insel verliebt.

Die Abfahrt gestaltet sich ähnlich erfrischend wie die vom Sant Salvador, aber der Randa ist schließlich Hausberg, und so bin ich nach kurzer Zeit am Domizil zurück.

Nach Dusche und Tee gibt es einen Berg Nudeln, während der Kamin für wohlige Temperaturen sorgt...

So kann das weitergehen!!!

Samstag, 8. September 2012

Wellen, oder?

Da das ja im Moment Mode ist mal eben zur Oder zu fahren, muss ich da auch mal hin. Und weil ich bei Frau Kühn erst letztens war, und mir sowieso nach was Langem ist, denk ich mir: "Oderbruchmarathon vom BRC Semper, das wär doch was..." 245km stehen in der Ausschreibung, so weit bin ich noch nie mit dem Rad gefahren. Der Wetterbericht und das Radarbild vermitteln Hoffnung, also Wecker auf halb 6 gestellt und nach reichlich Pasta früh ins Körbchen.
Am Morgen sind die Dächer nass, aber es kommt wenigstens nichts von oben. Nach kurzem Frühstück wird noch aufgepumpt, dann schnapp ich mir mein Rad und das restliche Gedöns und fahre nach Marzahn, wo um  8 der Start sein soll. Wie das bei Radsportvereinen üblich zu sein scheint, ist die Einschreibung und Startnummernausgabe in einer Schule. 15€ berappt man für die Marathondistanz, während draussen der Regen einsetzt. MIST! Aber gemeldet ist gemeldet, und die Nudelportion von gestern muss schließlich auch noch verarbeitet werden. Kurz vor 8 sammelt sich das Starterfeld unter einem Baum auf dem Schulhof. Von einem Feld zu sprechen ist allerdings etwas übertrieben, die inklusive mir 11 Gestalten, die da aus ihren Regenjacken gucken, machen gute Miene zum bösen Spiel und nach den üblichen Ermahnungen bezüglich Einhaltung der Strassenverkehrsordnung gehen wir bei mittlerweile richtigem Regen auf die Strecke.
Und die hat nicht allzuviel mit der zu tun, die ich Netz fand. Wegen Baustellen an allen Ecken und Enden wurde ein neuer Kurs ersonnen, der zu einem guten Stück durch Polen führt. Davon hätte ja auch mal jemand was in der Ausschreibung erwähnen können, dann hätte ich meinen Ausweis mitgenommen... Gebraucht hätte ich ihn nicht, aber man weiss ja nie.
Die Strecke selber ist landschaftlich ein richtiges Leckerli, die Fahrbahn ist in Deutschland und Polen gleichermassen durchwachsen. Bis zur ersten Kontrolle, sinnlos früh bei Kilometer 35, sind die 11 Radler noch schön zusammen unterwegs, jeder versucht, so wenig Wasser wie möglich vom Hinterrad des Vordermanns zu schlucken. So wird das erstmal nix mit sauberer Zweierreihe. Als bei Kilometer 70 die zweite Kontrolle ansteht, ist weit und breit nichts zu sehen: Wir waren trotz der widrigen Umstände zu schnell! Zu diesem Zeitpunkt ist die Gruppe auch schon zerbröselt, wir sind nur noch zu sechst. Völlig unerwartet kommt bei Kilometer 120, mitten in Polen eine Kontrolle, wir sind zu fünft und angesichts knackiger Wellen gerate ich langsam in Schwierigkeiten. Bis Schwedt läuft es wieder recht ordentlich, aber immer wieder muss ich vor den Kuppen reissen lassen und rolle danach wieder an die Gruppe ran. Das geht bis Kilometer 160 gut, dann fängt der unerfreuliche Teil an: Die Jungs sind weg und ich bin - mal wieder - allein im bösen Gegenwind. Sind ja nur noch 85km... Wenigstens hat sich mittlerweile die Sonne durchgesetzt. Entgegen anderslautender Ankündigungen kommt die nächste Kontrolle nicht bei Kilometer 175, auch nicht bei 185, sondern erst bei 195. Mir hängt der Magen in der Kniekehle, und zu trinken hab ich auch nicht mehr viel. Ärgerlich. Aber dafür kommt dann 20km vor dem Ende noch eine...tststs... Irgendwann ist es aber geschafft, der Schnitt ist garnicht sooo übel und die Jungs seh ich im Ziel auch noch. Alles in allem ein gelungener Radtag, aber die Details: Keine ordentliche Strecke im Netz, die unglückliche Verteilung der Kontrollen ... da herrscht Nachbesserungsbedarf. Aber vielleicht bin ich ja nur verwöhnt....

Track: http://connect.garmin.com/activity/220274907