Heute ist der Westen der Insel das
Zielgebiet unserer Bemühungen. Da waren wir noch gar nicht. Außerdem
lockt ein langer, flacher Anlauf, bevor man sich wieder dem allseits
beliebten bergauf-Fahren widmet. Also geht es dieses Mal wirklich
komplett von Ost nach West durch Limassol. Topfebene, gerade Straße
breitet sich vor uns aus, ein Genuß, einfach mal so dahin zu
gleiten.
Kurz hinter Episkopi, wo die britische
Armee einen fetten Stützpunkt unterhält, geht es erst ein bißchen
aufwärts mit einem tollen Blick aufs Meer,
ein Stück weiter ist ein
antikes Stadion, wo so richtig Ben Hur-mäßig mit Wagenrennen und
klassischem Fünfkampf abgefeiert wurde – vor 2000 Jahren. Einen
Kilometer abseits der Straße ist auch noch ein Apollo-Tempel, aber
soviel Kultur passt leider nicht in unseren Zeitplan.
So richtig bei den Briten ist man dann
noch einige Kilometer weiter, da findet man gepflegten grünen Rasen,
ordentliche Häuser, ein gut gegossenes Rugbyfeld und außerdem ein
sehr schöne Miniabfahrt nebst Gegenanstieg auf ebenso gepflegten
Asphalt.
Nach 38 harmlosen Kilometern ist der
Frieden dann vorbei, gleich geht es mit Steigungswerten bis zu 14%
zur Sache, da merkt man langsam doch, was in der vergangenen Woche
gebacken war...
Gemein unauffällig sind diese Rampen,
schnurgeradeaus und hinterhältig immer steiler werdend. Man sucht
vergeblich nach dem Plattfuß, einer der kleineren Gänge ist schon
länger im Einsatz, erst der Blick auf das Display erlöst einen von
der Schlaffheitsvermutung.
Sieht man nicht, sind aber 12%... |
Endlich beginnt wieder Geschlängel, da
weiß man, was man hat. Bei Dora ist eine Scharte in der Erde, als
hätte jemand mit einer riesigen Axt reingehauen, sausteil runter,
kein Chance zum Garmin ablesen, auf der anderen Seite zeigt das Gerät
zur Strafe mal eben eine 17% Steigung. Danach treppt sich der Kurs in
wechselnden Gemeinheitsgraden zur heutigen Cima Coppi bei 706m.
Auffällig am Westen Zyperns ist, das
es hier viel grüner ist, als im zentral gelegenen Gebirge.
Das zu
würdigen haben wir nun einiges an Zeit, denn eine Kackwelle jagt die
nächste.
Die kleinen Orte glänzen am Samstag Nachmittag mit
verrammelten Türen, an Wassernachschub ist nicht zu denken, bis wir
in Agios Therapon nette Menschen treffen, die uns die leeren Flaschen
auffüllen.
Die folgende Abfahrt ist eigentlich
sehr schön, aber der allgegenwärtige Steinschlag zwingt einen zu
verhaltener Fahrweise und mittendrin kommen auch noch zwei Stücken,
die eher aus Geröll als allem Anderen bestehen. Zur Belohnung führt
unser Weg aber dann noch sanft gewellt an einem ziemlich großen,
aber auch ziemlich leeren Stausee entlang und zum Schluß über die
Dammkrone.
Dann eine letzte Welle, und dem Fall zurück nach Limassol
steht nichts mehr entgegen.
113km und fast 1800hm später stehen
wieder am Hotel. Ein anstrengender Tag, aber auch sehr schön.
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